Segel und Manövertraining für Paare

Segel und Manövertraining für Paare

Segel und Manövertraining für Paare

Segel und Manövertraining für Paare im 5 Tage Törn mit Activesail

Unser Paar Preis € 1599.-

Segel und Manövertraining für Paare auch als Partner Gutschein erhältlich.

Terminvereinbarung unter Telefon 0911 78 53 39 oder info@activesail.de


 Das Bordleben und sonst noch ein „Paar“ Probleme 

Im Mittelmeer wird ein erheblicher Anteil von Yachten mit zwei Personen-Crews gesegelt. In vielen Fällen handelt es sich dabei um Paare. Diese Website konzentriert sich daher in erster Linie auf Paare an Bord, auch wenn für andere, zahlenmäßig größere Crews an das gleiche gilt.

Wenn ein Paar miteinander segelt, bestehen sehr häufig Unterschiede in der Segelerfahrung. Es muss nicht unbedingt die Regel sein, dass er Segler und sie „nur Mitseglerin“ ist. Diese Konstellation ist aber häufig anzutreffen. 

Als Paar sind wir ein Team.


Die Rollenverteilung an Bord

Ein Paar an Bord ist ein Team, und beide Partner sehen sich als gleichberechtigtes Team. Dabei kann es trotzdem festgelegte Zuständigkeiten geben, die häufig mit Vorkenntnissen und Interessen zu tun haben. Innerhalb des Teams ein solches Gleichgewicht herzustellen, gelingt vielen Paaren sehr gut, anderen weniger gut.

Oftmals legen Paare auch genaue Rollenaufteilungen fest, um eine komplexere Aufgabe gemeinsam zu erledigen. Beispielsweise das Reffen der Segel oder das Ausbringen des Beiboots und des Außenborders. Wenn etwas viel Körperkraft erfordert, dann übernimmt in der Regel der Mann diesen Part. Was ja auch vernünftig ist.

Es fällt daher umso mehr auf, dass viele Paare bei Hafenmanövern von diesen Grundsätzen abweichen. Wenn Motor oder Segelyachten in die Marina einlaufen, dann steht sehr häufig „Frau“ für die Leinen- und Fenderarbeit bereit, während der Mann das Boot steuert. Müsste die Yacht von irgendetwas weggedrückt, mit der Leine gehalten oder eine Muringleine dichtgeholt werden, wäre dafür der besser geeignete Partner derjenige mit mehr Körperkraft. Aber der steht im Cockpit an einer Stelle, an der es auf Körperkraft gar nicht ankommt.

Werden Paare darauf angesprochen, wird häufig deutlich, dass für Hafenmanöver beide eine andere Aufteilung besser fänden. Sie sehen sich zu dieser Aufteilung gezwungen, weil sie unterschiedlich viel Erfahrung haben. Das ist interessant und paradox, weil mit jedem weiteren Hafenmanöver in dieser Konstellation der Unterschied sogar noch größer wird.

Generell ist zu sagen, Aufgaben, die viel Körperkraft erfordern, übernimmt in der Regel der kräftigere Partner.

Warum nicht einfach mal die Rollen tauschen?

Mit dem sogenannten „Rollentausch“ tun sich viele Paare schwer. Wobei es sich gar nicht um einen einfachen Rollentausch handelt. Stattdessen ist die Herausforderung plötzlich an die neue  Situation / Partner größer, weil in der Vergangenheit nicht genügend trainiert. (Monotraining)

Je größer der Erfahrungsunterschied zwischen den Partnern ist, desto schwieriger kann es für den Unerfahreneren werden. Wenn wir auf irgendeinem Gebiet Anfänger sind, fühlen wir uns beim Üben in Gesellschaft anderer Anfänger besser als unter den Augen von Profis.

Auf der anderen Seite führt ein großer Unterschied zwischen den Partnern dazu, dass der Unerfahrenere die Situation nicht als Übungssituation, sondern als Bewertungs- oder Prüfungssituation erlebt, und die werden in der Regel als unangenehm empfunden. Das führt dazu, dass er oder sie diese Situation lieber vermeidet.

Der Erfahrene wird die Unerfahrenheit des Partners berücksichtigen.

Ursachenanalyse

Bei jedem Misserfolg, den wir haben, läuft eine mentale Ursachenanalyse ab. Wenn vor einem Misserfolg schon zehn erfolgreiche Hafenmanöver mit der Yacht gefahren wurden, dann werden wir den Misserfolg des elften Hafenmanövers nicht auf fehlendes Können zurückführen, sondern auf andere Ursachen. Wir waren ja schon zehnmal fähig genug, daran kann es also nicht liegen. Wenn jedoch vor dem Misserfolg noch gar kein Manöver gefahren wurde, dann fehlt dieser Puffer. Wir können uns dann noch nicht sicher sein, ob wir über ausreichendes Können verfügen.

Wollen wir nun ein Manöver fahren, dann können wir mehr oder weniger bewusst der Realität im Geiste vorgreifen. Wir nehmen dann manchmal schon vor dem Manöver an, dass es schief gehen könnte, und wenn wir denken, dass das an unserer Fähigkeit liegt, dann finden wir es manchmal besser, gar nicht erst anzutreten, denn dann tritt der Misserfolg ja nicht ein. Unsere mentale Ursachenanalyse läuft also nicht nur nach einem Misserfolg ab, sondern auch als reines Gedankenspiel für einen hypothetischen Misserfolg.

Wir lernen aus jedem Misserfolg, somit wächst die Routine.

Umgang mit Fehlern

Häufig tun sich Frauen mit eigenen Fehlern schwerer als Männer. Im Durchschnitt neigen Frauen nämlich eher dazu als Männer, einen Misserfolg auf eigene unter Umständen mangelnde Fähigkeiten zurückzuführen. Deshalb haben sie zudem mehr Angst davor, dass ihr Partner das gleiche tut. Beides belastet natürlich und kann dazu führen, die ganze Hafenmanöversituation am liebsten zu vermeiden und ihm das Ruder zu überlassen. 

Dagegen neigen Männer eher dazu, eigene Misserfolge auf äußere Umstände zu schieben, wie zum Beispiel auf den Seitenwind. Deswegen sind Männer auch eher bereit, Risiken einzugehen und den Misserfolg dabei in Kauf zu nehmen. Diese offensivere Umgangsweise führt dazu, dass der Unterschied innerhalb des Teams schneller abgebaut wird.

Häufig tun sich Frauen mit eigenen Fehlern schwerer als Männer.

Machen ist einfacher als Erklären

Für uns alle gilt, dass wir Routinen entwickeln, wenn wir Verhalten üben und trainieren. Je besser wir werden, desto automatisierter laufen die Handlungen ab. Diese Routinen sind allerdings selten so bewusst, dass sie einfach in Worte gefasst werden können. Deswegen ist es häufig tatsächlich viel einfacher, etwas selbst zu tun, als jemand anderen zu erklären, wie genau es zu tun ist. Das führt beim Hafenmanöver dazu, dass der erfahrenere Partner das Steuer gar nicht erst aus der Hand geben möchte.

Man(n) muss auch mal loslassen können.

Anforderungen an den Ausbilder

Schon der vorstehende Faktor erinnert an einen Ausbildungstörn. Zumindest unausgesprochen schwingt dieses Bild bei vielen Paaren mit – und damit schwingt auch die Erwartung an den erfahreneren Partner mit, die Ausbilderrolle zu übernehmen. Dazu gehört aber nicht nur, ein Manöver zu erklären. Es gehört auch dazu, das Manöver von jemand anderen ausführen zu lassen, mögliche Fehler hinzunehmen und dabei trotzdem selbst die Verantwortung zu tragen. Bei einer Zweiercrew kann der „Ausbilder“ nicht unterstützend daneben stehen.

Bei einer Zweiercrew kann aber der „Ausbilder“ nicht einfach unterstützend neben dem Ruder stehen und im Notfall in das Hafenmanöver eingreifen oder Fragen beantworten. Vielmehr muss er die Aufgabe der übrigen Crew an Fendern und Leinen übernehmen. Diese Gesamtanforderung liegt auch für den erfahreneren Partner oft genug außerhalb der eigenen Komfortzone.

Obwohl die Übungssituation wie ein einfacher Rollentausch aussieht, stellt sie psychologisch gesehen eine Herausforderung an beide Partner dar. Das ist eine Aufgabe, die das Paar als Crew gemeinsam bewältigen muss.

Wir unterstützen Sie bei den Übungen und sorgen mit durchdachtem Mentoring für ein entspanntes Manöver Training der Crew.


Segel und Manövertraining für Paare

Bei diesem Trainingsprogramm handelt sich nicht einfach um ein Übungsprogramm für eine(n) weniger erfahrene(n) Manöverskipper(in), sondern um ein Training für eine Crew aus zwei Leuten, bei denen beide jeweils eine neue Aufgabe trainieren müssen!

Ein erfolgreiches Manöver geht sowohl auf gute Erklärung wie auch auf gute Umsetzung zurück, und für Misserfolge gilt entsprechendes. Es sollte daher ruhig vorher ausgesprochen werden, dass ein eventueller Fehler eine Koproduktion ist und beide daraus lernen können. Schuldzuweisungen bleiben dann aus. Diese Sicherheit hilft beiden.

Das Aufwärmen

Trainings bestehen aus kleinen Übungsschritten. Wir beginnen in unserem Segel und Manövertraining für Paare immer mit dem „Aufwärmen“. Das Ruder wird bereits vor dem Hafen übergeben und außerhalb der Marina, wo entsprechend viel Platz zur Verfügung steht. Hier sind erste Manöverübungen sowie so viel einfacher.

Übersetzt in die Bordsprache heißt das, dass die Partner abwechselnd schon vor dem Hafen ans Ruder gehen, ein paar Kreise fahren, das Schiff mit dem Heck im Wind halten, rückwärtsfahren, aufstoppen und das alles, um sich „warmzufahren“. Sie bekommen dabei ein Gefühl für das Boot bei den gerade herrschenden Bedingungen und damit ein Gefühl größerer Sicherheit. Er bekommt gleichzeitig das Vertrauen in den Partner, dass diese Manöver problemlos durchgeführt werden können.

Die Zeitabschnitte

Gute Trainings bestehen aus begrenzten Zeitabschnitten. Bei uns an Bord machen wir das Manövertraining 5 Tage weise. Damit haben wir dem Segel und Manövertraining für Paare einen festen Zeitrahmen gegeben. Wir wissen, dass nur durch gemeinsames, tägliches Manövertraining ein spürbarer Erfolg zu sehen sein wird.

Gute Hafenmanöver-Planung

In einem guten Training wird erst ein Modell entwickelt und dann das entsprechende Verhalten eingeübt. Für den Skipper kommt es darauf an, seine automatisierten Handlungsroutinen in Sprache umzusetzen, also das mentale Hafenmanöver-Modell erst einmal laut auszusprechen. Das ist nicht immer eine leichte Aufgabe.

Zunächst werden die Rahmenbedingungen analysiert, um beispielsweise ein passendes Anlegemanöver auszuwählen. Wo kommt der Wind her? Gibt es Strömung? Worauf reagiert das Boot stärker? Wo würde bei diesen Bedingungen ein besonders günstiger Liegeplatz sein? Wo können wir die Yacht gegebenenfalls gut drehen?

Bei uns an Bord machen wir hierzu erst einmal eine Hafenrundfahrt und suchen dabei einen geeigneten Platz aus. Der Skipper ist dabei in der Trainerrolle und kommentiert – „dieser Anlegeplatz hier wäre gut, weil …“; „jener Platz ist schwieriger, weil …“. Wir besprechen auch, wie wir das Boot am besten an den gewählten Platz bekommen. Damit ist die Manöverauswahl abgeschlossen. Nun wissen beide, wo wir anlegen wollen.

Das Hafenmanöver in Ruhe planen.

Exakte Hafenmanöver-Vorbereitung

Der nächste Schritt gilt der Vorbereitung des Hafenmanövers. Welche Leinen müssen wir zum Anlegen vorbereiten? Wo brauchen wir Fender? Kommt der Bootshaken vielleicht zum Einsatz, und wo sollte er dafür liegen? An welchen Punkten kann das Anlagemanöver schiefgehen, und was genau passiert dann? Wie können wir uns darauf vorbereiten?

Die etwas schwereren Vorbereitungen dafür sollte an Bord der Mann tätigen, weil die Partnerin ja das Schiff steuert und sich darüber freut, weil sie sowieso nicht gerne schwere nasse Leinen und Fender ausbringt.

Dann legt sie sich den Anlegemanöver-Plan zurecht und spricht ihn gegenüber dem Partner aus. Sie formuliert, zu welchem Zeitpunkt sie welche Leine bedient haben möchte und wann sie welches Motormanöver vorsieht. Im Ergebnis ist das ein ausformulierter und tatsächlich auch laut ausgesprochener Plan. Dann folgt das Anlegemanöver.

Die Leinen und Fender werden für das Hafenmanöver vorbereitet.

Hafenmanöver-Auswertung besprechen

Zu jeder guten Trainingseinheit gehört auch eine Auswertung. Ist das Manöver gelaufen wie geplant? Was war die Ursache, dass es anders gelaufen ist als gedacht? Wussten beide Partner bei den einzelnen Manöverteilen, was sie tun sollten, und wussten sie gleichzeitig, was der andere tun würde? Welche Entscheidungen würde das gegebenenfalls verbessern können? Was können wir beim nächsten Manöver anders und besser machen?

Diese Manöver Auswertung

ist hilfreich für zukünftige Manöver, weil sie das gegenseitige Verständnis fördert. Besonders bei Abweichungen vom ursprünglichen Manöverplan profitieren beide Partner von einem Gespräch darüber, was letztendlich zum Scheitern des Manövers geführt hat. Das lässt sie ihr gegenseitiges Verhalten im nächsten Manöver leichter einschätzen. Es hilft dabei, wenn beide Partner vor allem über die eigenen Gedanken sprechen, weil das für den anderen nicht wie Kritik klingt. Es geht ja weder um Kritik noch um Bewertung, sondern für beide um das Einüben einer neuen Rolle im Manöver.

Natürlich kann aus verschiedenen Gründen auch bei einem gut geplanten Manöver etwas schiefgehen. Ein Manöverschritt könnte anders ausgeführt worden sein als erwartet; ein möglicher Risikofaktor könnte im Vorhinein nicht bekannt oder nicht benannt worden sein; Absprachen und Anweisungen könnten vielleicht doch nicht so klar gewesen sein wie gedacht. Die äußeren Umstände, wie Seitenwind und Strömung könnten sich geändert haben. Gerade dann sind die Auswertung und das nochmalige Trainieren unverzichtbar.

Und nebenbei bemerkt, ist nicht jede Abweichung von einem Plan negativ zu bewerten – manchmal kommt auch ein eleganteres Manöver heraus. 

Eine Auswertung ist hilfreich für zukünftige Manöver.


Fazit Segel und Manövertraining für Paare

Es würde uns freuen, wenn diese Erläuterungen dazu beitragen, die komplexe Paarsituation bei ungleicher Erfahrung im „Segel und Manövertraining für Paare“ besser zu verstehen. Es würde uns noch mehr freuen, wenn die oben genannten Ansätze helfen, diese Erfahrungsunterschiede abzubauen. 

Spaß an Bord als Paar sollte der Leitsatz nach unserem Segel und Manövertraining für Paare sein.

Wir freuen uns, Sie an Bord unserer Ausbildungsyacht „TIMATA“ begrüßen zu dürfen.

P.S.

Die Hauptsache ist übrigens, dass das Schiff am Ende festgemacht ist, natürlich am besten schadenfrei für Mensch und Boot. Ob das Manöver elegant war, ist bestenfalls zweitrangig.